Privatdedektiv werden

Erläuterugen zu Voraussetzungen und Gegegebenheiten in Deutschland

Privatdetektiv - Begriffsdefinition
Ein Privatdetektiv ist ein Privatermittler in Form einer Person. Diese trägt im Rahmen der Beweiserhebung und/oder Beweisnothilfe durch Observationen, Recherchen, legendierte Befragungen und ähnliches dokumentierte Erkenntnisse und Informationen als gerichtlich verwertbares Beweismaterial zusammen.
Der Begriff Privatdetektiv ist aus der Übersetzung des englischen private investigator oder private detective hervorgegangen. Da die Bezeichnung detective in englischsprachigen Ländern ein Dienstgrad beziehungsweise eine Funktionsbezeichnung bei den Polizeibehörden ist, wird durch den Zusatz "private" der Unterschied zum Beamten hervergehoben.
Heute wird der Begriff Privatdetektiv eher als Unterscheidung vom sogenannten Wirtschaftsdetektiv verstanden. Ein Privatdetektiv kann selbstständig oder in einer Detektei beziehungsweise Rechtsanwaltskanzlei als Angestellter arbeiten.

Privatdetektiv werden - Was sind die haupsächlichsten Aufgaben eines Privatdetektivs?

Private Auftraggeber aktivieren Privatdetektive meist für:
  • Ermittlungen in Partnerschaftsangelegenheiten
  • Sorgerechtsangelegenheiten
  • Erbschaftsangelegenheiten
  • Unterhaltsangelegenheiten
  • andere Familienangelegenheiten
  • Ein Privatdetektiv kümmert sich also in der Hauptsache um zivilrechtliche Angelegenheiten.
    Von Unternehmen werden vorwiegend Wirtschaftsdetekteien eingesetzt. Hier handelt es sich meist um Spezialisten für Ermittlungen, Recherchen und Observationen im gewerblichen Bereich. Inklusive Personal- und Wettbewerbsangelegenheiten sowie die Überprüfung von Schuldnern. Immer öfter ermitteln Detekteien auch in Sachen Patentrechtsverletzung. Weitere Tätigkeitsfelder sind forensische Untersuchungen in Bezug auf Komputerkriminalität sowie Gegenmaßnahmen in Punkto Wirtschaftsspionage [z.B. Lauschabwehr, Ermittlung undichter Stellen im Bezug auf Wahrung von Betriesbgeheimnissen].
    Oft wird ein Privatdetektiv mit einem Ladendetektiv gleichgesetzt. Dieser jedoch widmet sich vor allem Bewachungsaufgaben. Insofern gehören Kaufhausdetektive also auch rechtlich zu den Bewachern. Für die Ausübung dieser Tätigkeit benötigen sie zudem sätzlich eine behördliche Bewachungserlaubnis. Ein Privatdetektiv ohne diese Funktion benötigt eine derartige Erlaubnis nicht.
    Zum Beispiel in Großbritannien haben Detektive quasi auch hoheitliche Aufgaben. Wie das Zustellen gerichtlicher Schreiben. In Deutschland ist dies den Gerichtsvollziehern vorbehalten. Aus diesem Grund genießen britische Detektive einen hoheitlichen Staus. Dadurch haben sie einen weitaus besseren Ruf als ihre deutschen Kollegen.

    Privatdetektiv werden - Ausgangssituation in Deutschland

    Im Menü oben links auf dieser Seite finden Sie die wichtigsten rechtlichen Grundlagen für die Ausübung des Dedektiv - Berufes. In Deutschland wird für einen Detektiv offizielle die Berufsbezeichnung Privatdetektiv verwendet. Deutsche Detktive haben - wie schon erwähnt - keine Sonderrechte oder irgendwelche hoheitlichen Befugnisse. Und es gibt für sie auch keine staatliche Lizenz. Sie arbeiten mit der Anwendung von Jedermannsrechten. Vor allem mit dem Recht der Jedermann-Festnahme [ 229 BGB]. Sie sind normale Gewerbetreibende. Sie gehören [lt. 38 (1)2. Gewerbeordnung] dem überwachungsbedürftigen Gewerbe (Vertrauensgewerbe) zugeordnet. Die Berufsbezeichnung "Detektiv" selbst ist nicht geschützt.
    Bei der Beauftragung eines Privatdetektivs kommt es zwischen dem Kunden und der Detektiv in der Regel zu einem Dienstvertrag [gemäß BGB] . Dies bedeutet, dass Privatdetektive keinen Erfolg schulden, da dieser nicht garantiert werden kann. Die Einschaltung und Beauftragung eines Detektivs stellt in manchen Fällen eine Alternative zu Polizei oder Staatsanwaltschaft dar. Privatdetektive werden meist beauftragt, wenn der Auftraggeber kein Interesse an der Einschaltung der staatlichen Institutionen hat. Der Auftraggeber will zunächst nur Erkenntnisse sammeln. Je nach Erkenntnisstand kann er später über eine Einschaltung staatlicher Organe entscheiden. Oder aber seine Ergebnisse dienen der Unterstützung offizieller Ermittlungen. Überwiegend wird der Detektiv jedoch in Bereichen beauftragt, in denen die staatlichen Strafverfolgungsbehörden in der Hauptsache nicht tätig werden dürfen. Dies sind in aller Regel Fälle des Zivilrechts. Versicherungen nehmen bei bestimmten Verdachtsmomenten gern die Arbeit von einem Privatdetektiv in Anspruch.

    Privatdetektiv werden - Detektiv-Ausbildung in Deutschland

    In Deutschland ist die Ausbildung zum Privatdetektiv bislang ohne Regelung. Grund ist das Berufsbildungsgesetz. Es kennt die Bezeichnung und somit den Beruf des Detektivs nicht. Eine gesetzliche Regelung zur Ausbildung ist im Moment auch nicht geplant. Sämtliche Bemühungen der Branche in diese Richtung sind bislang gescheitert. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass es den Berufsverbänden bisher nicht gelungen ist, eine gemeinsame Kampagne zu bilden. In Deutschland arbeiten etwa 900 bis 1000 Detektive.
    1986 wurde ein "Berufsbildungsplan für Detektive" erarbeitet, der mit Unterstützung der Berufsverbände BDD [Bundesverband Deutscher Detektive e.V.], BID [Bund Internationaler Detektive e.V. - Deutscher Detektivverband] und DDV [Deutscher-Detektiv-Verband e.V. - Fachverband für private Ermittler in der Wirtschaft] in die Zentralstelle für die Ausbildung im Detektivgewerbe (ZAD) einfloss. Zudem erfolgte die Erarbeitung aller Wissensgrundlagen auf der Basis der Berufsordnung für Detektive in Deutschland, der sich verschiedene deutsche Verbände als Berufs-Codex verschrieben haben.
    Von allen angebotenen Lehrgängen in Deutschland, hat die ZAD deshalb heute den höchsten Stellenwert. Angehende Detektive/Ermittler ohne dieses ZAD-Studium werden es bei Bewerbungen sehr schwer haben, eine Stelle im Angestelltenverhältnis zu erreichen bzw. sich später erfolgreich selbständig zu machen.
    Die IHK und andere Institute bieten andere Weiterbildungen an. Vor allem in Form von Wochenendseminaren, die in einem Zeitraum von mehreren Monaten bis hin zu zwei Jahren abgehalten werden. Neben Seminaren, die auf eine Tätigkeit als Kaufhausdetektiv vorbereiten, gibt es ebenfalls die Bezeichnung Geprüfter Detektiv. Nach erfolgreichem Abschluss des IHK-Zertifikatslehrgangs zur Fachkraft Detektiv (IHK) ist es aussichtsreich einen Job zu finden. Detektive erhalten in der Regel auch einen höheren Lohn als Sicherheitsfachkräfte. Aber auch das Gründen einer Detektei ist für die Fachkraft Detektiv (IHK) immer eine erfolgversprechende Möglichkeit. In den IHK-Zertifikatslehrgängen werden die Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten für alle Bereiche qualifiziert vermittelt. Beispiel: Sicherheitsakademie Berlin

    Privatdetektiv werden - Häufig wird gefragt, was macht überhaupt ein Privatdedektiv?

    Ein Privatdedektiv ist im weitesten Sinne ein Rechtshelfer. Der Privatdedektiv arbeitet für Firmen, Privatpersonen aber auch die öffentliche Hand. Dabei gilt es, Beweismittel zu erbringen, die die Kunden einer Privatdedektei selber nicht erlangen und beibringen können.
    Die Staatsanwaltschaft greift auf die Polizei als Ermittlungsorgan zurück. Firmen, Rechtsanwälte oder Privatpersonen beauftragen einen Privatdedektiv, der die nötigen Beweise ermittelt. Der Privatdedektiv arbeitet dabei unabhängig und nur auf legalem Parkett. Das heist, er muss sich genauso an die Gesetze halten wie andere auch. Auch für ihn gibt es keine rechtsfreien Räume.
    Die durch den Privatdedektiv erbrachten Belege können zum Beweis in juristischen Auseinandersetzungen beigebracht werden. Ein Privatdedektiv arbeitet allerdings meist nicht bei politischen, religiösen oder staatsgefährdenden Aufgabenstellungen. Ebenso sollte er nicht bei gesetzlich verbotenen Tatbeständen mitwirken oder sie selbst veranlassen oder durchführen. Hierzu zählt z.B. das Abhören von Telefonaten. Grundsätzlich darf ein Privatdedektiv weder abhören noch Gespräche aufzeichnen. Die Realität dürfte aber etwas anders aussehen. Ab und an kommt so ein Abhörskandal oder eine grobe Verletzung des Datenschutzes mit großem Getöse an die Öffentlichkeit. Was natürlich für alle Beteiligten recht peinlich ist. Meist sind auch personelle verbunden mit strafrechtlichen Konsequenzen das Ergebnis. Der Privatdetektiv sollte sich also eigentlich bei solchen Aktionen schon aus Gründen des Berufsethos zurückhalten. Aber hier gilt wohl auch manchmal: je größer das Honorar desto größer die Risikobereitschaft bei den Beteiligten.

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